Wildschaden beschreibt die Beschädigung eines Fahrzeugs oder von landwirtschaftlichen Flächen, die durch den Zusammenstoß mit frei lebenden Wildtieren oder durch das Verhalten von Wild verursacht wird. Im Versicherungswesen versteht man unter Wildschaden vor allem Schäden, die durch Haarwild wie Rehe, Wildschweine, Hirsche oder Hasen entstehen. Solche Schäden spielen insbesondere bei Kfz-Versicherungen und landwirtschaftlichen Policen eine wichtige Rolle.
Ursachen und typische Beispiele für Wildschäden
Wildschäden entstehen meist dadurch, dass Tiere unvermittelt die Fahrbahn überqueren oder landwirtschaftliche Flächen betreten. Im Straßenverkehr resultiert daraus häufig ein Zusammenstoß zwischen Wild und Fahrzeug.
- Fahrzeugkollisionen mit Rehen, Wildschweinen oder ähnlichem Haarwild
- Beschädigungen von Feldern und Ernten durch Wildverbiss oder -wühlschäden
- Umstürzen von Zäunen und Jagdeinrichtungen durch größere Wildtiere
Wildschaden in der Kfz-Versicherung
Für Autofahrer ist der Wildschaden besonders relevant, da viele Teil- oder Vollkaskoversicherungen bestimmte Wildunfälle abdecken. Laut Versicherungsbedingungen bezieht sich der Versicherungsschutz häufig auf Unfälle mit Haarwild gemäß Bundesjagdgesetz.
- Schutz besteht in der Regel bei Zusammenstößen mit Haarwild (z. B. Reh, Hirsch, Wildschwein).
- Manche Versicherungen erweitern den Schutz freiwillig auf weitere Tierarten wie Pferde oder Rinder.
- Erstattung der Reparaturkosten, abzüglich etwaiger vereinbarter Selbstbehalte.
- Nachweise, etwa eine Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Förster, sind meist erforderlich.
Wildschaden in der Landwirtschaft
Im landwirtschaftlichen Bereich bezeichnet Wildschaden vor allem beschädigte Feldfrüchte, Wiesen und forstwirtschaftliche Kulturen, verursacht durch Wildtiere. Landwirtschaftliche Betriebe können sich gegen bestimmte Wildschäden absichern.
- Erstattung von Ernteverlusten und Wiederherstellungskosten nach prüfbarer Schadensmeldung.
- Ggf. Anspruch auf Entschädigung durch die Jagdpächter oder zuständige Jagdgenossenschaft, gemäß gesetzlichen Regelungen.
- Schutz meist nur für bestimmte Wildarten und ausdrücklich genannte Schäden.
Mehrwert, Nutzen und potenzielle Risiken für Versicherungskunden
Die Absicherung gegen Wildschäden bringt verschiedene Vorteile und mögliche Einschränkungen mit sich. Eine neutrale Übersicht bietet folgende Stichpunkte:
Nutzen:
- Finanzieller Schutz vor unerwarteten Reparaturkosten am Fahrzeug
- Absicherung gegen Ernteausfälle durch Wildverbiss
- Rechtssicherheit bei der Schadensregulierung
- Vermeidung persönlicher Haftungsrisiken
Risiken und Einschränkungen:
- Deckung häufig nur bei Zusammenstößen mit explizit genanntem Haarwild
- Nachweispflicht, z. B. durch Unfallbescheinigung
- Selbstbeteiligungen oder bestimmte Ausschlusskriterien
- Begrenzte Entschädigungssummen in der Landwirtschaft
Hinweise zum richtigen Verhalten bei Wildschaden
Wer mit Wildunfällen im Straßenverkehr konfrontiert ist oder Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen bemerkt, sollte bestimmte Verhaltensregeln beachten:
- Sichere Unfallstelle absichern und Warnblinkanlage einschalten
- Polizei oder Jagdpächter benachrichtigen
- Aufnahme des Schadens durch Fotos oder Skizzen
- Wildunfallbescheinigung für die Versicherung einholen
- Schadensmeldung so zeitnah wie möglich bei der Versicherung durchführen